Fraunhofer Teleskop (Linsenteleskop, Refraktor)
nach Joseph von Fraunhofer (1787-1826), deutscher Optiker und Physiker

Das Linsenteleskop nach Fraunhofer ist das typische traditionelle Fernrohr. Das Hauptproblem bei Linsenfernrohren sind die Farbsäume. Durch die genau berechnete Kombination einer Sammellinse aus Kronglas und einer Zerstreuungslinse aus Flintglas können die Farbsäume fast völlig korrigiert werden. Solche Linsensysteme werden auch als "achromatisch" (farbkorrigiert) bezeichnet. Bei den Spitzengeräten wird die Sammellinse aus ED-Glas (Extra-Low-Dispersion) gefertigt. Die sehr wertvollen ED-Glassorten ermöglichen praktisch völlig farbsaumfreie "apochromatischen" Optiken. Oft werden solche Geräte mit den Kürzeln ED oder APO gekennzeichnet.

Vorteil: Die Fraunhofer-Teleskope sind dauerhaft justiert und deshalb sehr robust. Alle Ferngläser, Spektive und Teleobjektive haben diese Bauart als Grundlage. Der Tubus ist staubdicht. Der Einblick liegt hinten, wodurch das Gerät gut ausgerichtet und nachgeführt werden kann. Im Gegensatz zu Spiegelteleskopen befindet sich kein Fangspiegel und keine Halterung im Strahlengang. Die Öffnung lässt sich deshalb voll ausnutzen. Gegenüber gleichgroßen Spiegelteleskopen ist das Bild dadurch heller und kontrastreicher.

Nachteil: Große Geräte sind sehr aufwändig in der Herstellung, da vier optisch perfekt geschliffene Glasflächen benötigt werden. Bei den ED-Geräten werden zudem sehr teure Glassorten verwendet. Alle Linsenflächen müssen mit Entspiegelungsschichten versehen sein.

Copyright: Manfred Müller, Manching

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